19. Mai 2013
  
  • Promoting nonviolence and protecting human rights defenders since 1981
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Internationale Schutzbegleitung

Die internationale Schutzbegleitung ist eine Strategie, die MenschenrechtsverteidigerInnen und Gruppen, deren Leben und Arbeit durch politische Gewalt bedroht ist, schützt. Seit 30 Jahren hat pbi hunderte von Organisationen, Menschen und Gemeinschaften in neun Ländern begleitet und geschützt. Unsere Präsenz hat ihnen geholfen, trotz Bedrohungen und Diffamierung ihre Arbeit fortzusetzen und auszuweiten. Während dieser 30 Jahre kam kein einziger pbi-Freiwilliger zu Schaden.

In den Projektländern begleiten wir (u. a.): Umweltorganisationen, Bauernorganisationen, indigene Gemeinschaften, AnwältInnen, Frauenorganisationen, Gewerkschaften, Familienangehörige der Opfer von Gewalt, Vertreibung, außergerichtlichen Hinrichtungen und Verschleppung.

Was bewirkt die internationale Schutzbegleitung?

  • Schutz bedrohter MenschenrechtsaktivistInnen und Organisationen
  • Moralische Unterstützung für Einzelpersonen und zivilgesellschaftliche Bewegungen
  • Beteiligung an der Entstehung bzw. Stärkung einer globalen Bewegung für Frieden und Menschenrechte

Die internationale Schutzbegleitung hat unterschiedliche Formen und Ebenen. Wenn die Bedrohung zugenommen hat, ist die Schutzbegleitung oft rund um die Uhr nötig. In anderen Situationen besuchen die Freiwilligen regelmäßig die Büros der Organisationen oder begleiten bedrohte MenschenrechtsverteidigerInnen auf ihren Reisen. Manchmal genügen auch schon einfache Telefonanrufe, um sich von der Sicherheit der MenschenrechtsverteidigerInnen zu überzeugen.

Die Voraussetzung für eine funktionierende Schutzbegleitung ist der internationale Rückhalt. Darunter ist der diplomatische und ökonomische Druck gemeint, den Regierungen, Diplomaten und Behörden auf die GewaltakteurInnen ausüben können. Aus Angst vor Sanktionen oder eben diesem diplomatischen und ökonomischen Druck, wollen die GewaltakteurInnen nicht, dass die Welt erfährt, was sie machen, wollen keine negativen Schlagzeilen riskieren und mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden. Die pbi-Freiwilligen sind AugenzeugInnen und erinnern die GewaltakteurInnen daran, dass ihre Aktionen national und international ein Nachspiel haben werden.

Außerdem kann die internationale Präsenz vor Ort den MenschenrechtsverteidigerInnen Hoffnung geben. Es versichert ihnen, dass sie nicht allein sind, sie sehen, dass ihre Arbeit von anderen Ländern anerkannt und unterstützt wird, dass ihr Leiden und ihr Kampf nicht unbemerkt bleibt.


Das Vorgehen von pbi bei der internationalen Schutzbegleitung:

  • Der Freiwillige, der die Schutzbegleitung durchführt, ist für den/die GewaltakteurInnen sofort und deutlich erkennbar, z. B. durch die T-Shirts mit dem pbi-Logo.
  • pbi ist international vernetzt und kann sicherstellen, dass der nötige, internationale Druck auch stattfindet. pbi-MitarbeiterInnen und -Freiwillige treffen sich regelmäßig mit lokalen und nationalen militärischen und zivilen Autoritäten, um die Lage der begleiteten Gruppen oder Organisationen zu besprechen und die Anwesenheit von pbi zu verdeutlichen.
  • Die bedrohten MenschenrechtsverteidigerInnen fühlen sich durch die Schutzbegleitung sicherer und sie sehen, dass sie internationale Unterstützung erhalten.
  • Die AugenzeugInnen bzw. Freiwilligen stärken die Glaubwürdigkeit der lokalen MenschenrechtsaktivistInnen und Organisationen sowie die internationalen Bemühungen für den Menschenrechtsschutz. Außerdem zeigen sie, dass in den Ländern weiterhin Menschenrechte verletzt werden, und die Regierungen deshalb nicht behaupten können, sie könnten ihre Probleme selbst lösen.
  • Die Präsenz der Freiwilligen aus den verschiedensten Staaten der Erde zwingt die Botschaften und Regierungen aus den jeweiligen Heimatländern gegen Menschenrechtsverletzungen vorzugehen und die Menschenrechte zu schützen. So wird international der Druck auf die EntscheidungsträgerInnen in den Konfliktgebieten verstärkt.
  • Die objektiven und präzisen Informationen, die auf unserem detaillierten Wissen beruhen, sowie unsere besonderen Einblicke in die politische Situation gewährleisten unsere Glaubwürdigkeit und leisten somit auch ihren Beitrag auf die Effektivität der Schutzbegleitung.
  • Aktivitäten, etwa Vorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen erhöhen das Profil unserer Arbeit und auch das der Organisationen, die wir begleiten, und das trägt wiederum dazu bei, einen besseren Schutz zu gewährleisten.
  • Sollte trotz der Anwesenheit von pbi ein Angriff oder eine Bedrohung stattfinden, werden unsere weltweiten Alarmnetzwerke aktiv. Durch diese werden die EntscheidungsträgerInnen im Land daran erinnert, dass sie eigentlich internationale Verpflichtungen zum Schutz ihrer Bürger eingegangen waren.

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Harald Müller, Internationaler Beobachter am Big Mountain bei Protesten gegen eine Zwangsräumung der Dineh
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