Gegen das Vergessen1996 wurde der 36 Jahre andauernde, interne bewaffnete Konflikt Guatemalas mit den Friedensverträgen beendet, doch zahlreiche Genozide bleiben weiterhin ungeklärt. Dem Konflikt fielen 150.000 bis 250.000 Menschen zum Opfer, überwiegend indigener Abstammung, die von den Militärs und paramilitärischen Gruppen umgebracht wurden. Noch heute leben Täter und Opfer auf engem Raum zusammen; der Konflikt ist noch sehr präsent. Einige wenige guatemaltekische Organisationen setzen sich für eine Aufarbeitung der Vergangenheit ein, um den Opfern und Angehörigen Frieden zu schenken. Eine dieser Organisationen ist die "Nationale Koordinierung der Witwen Guatemalas" (CONAVIGUA). CONAVIGUA wurde offiziell 1988 gegründet und setzt sich seither für die Gleichstellung der Frauen und ihr Recht auf Entwicklung ein, gegen die zunehmende Militarisierung des Landes und für die Umsetzung der Friedensverträge. Die Organisation plant und führt im Rahmen ihrer Arbeit zur Aufarbeitung der Vergangenheit Exhumierungen durch, vor allem im Departement Quiché, Chimaltenango und den Verapaces. Des Weiteren setzt sich CONAVIGUA für verfassungsrechtliche Reformen, die Durchführung von Volksbefragungen und die Aufklärung über die Effekte der sogenannten Megaprojekte ein. Die Vereinigung besteht aus Frauen, vor allem Witwen und Mayafrauen, die Opfer von Gewalt, Diskriminierung und Armut geworden sind und ihre Rechte einfordern. pbi begleitet die Organisation seit 2003. Die Mitglieder und die von der Organisation begleiteten Personen sind einem hohen Risiko ausgesetzt, da die Aktivitäten von CONAVIGUA vor allem in ländlichen Gebieten zu Konflikten führen. Denn gerade dort leben Opfer und Täter des bewaffneten Konflikts zusammen. Anfang des Jahres 2010 sind die Anwälte der Organisation Opfer von Drohanrufen geworden, weshalb pbi die Begleitung intensiviert hat. Ebenso erhöhen die erstmaligen Verurteilungen von Militärangehörigen, die am Genozid in Guatemala beteiligt waren, das Risiko für CONAVIGUA, da die Täter des Völkermords unter Druck gesetzt werden. pbi begleitet CONAVIGUA durch regelmäßige Besuche im Büro der Organisation in der Hauptstadt, bei Exhumierungen und Beerdigungen im Inneren des Landes sowie bei Veranstaltungen über die Umweltauswirkungen von Wasserkraftwerken und Bergbauaktivitäten. |
Ihre Spende hilft!pbi schützt bedrohte MenschenrechtsaktivistInnen und schafft Raum für Frieden: pbi rettet Leben. Nachrichtenpbi Report veröffentlicht: Kriminalisierung von MenschenrechtsaktivistInnen Mexiko: Alejandro Cerezo Contreras und das Comité Cerezo erhalten den Aachener Friedenspreis VeranstaltungenGuatemala: Ein kleines Land mit großen Konflikten - Vortrag am 15. Mai in Berlin Heike Kammer (pbi) als Referentin bei den Passauer Lateinamerikagesprächen 2012 im Mai |

