Die Verfolgung sexueller RandgruppenIn Guatemala werden Mitglieder sexueller Randgruppen noch immer diskriminiert, verfolgt und sind nicht selten Opfer von Misshandlungen und Morden. Die Repression wird von der Regierung und einzelnen Individuen oftmals als Maßnahme zur Förderung der öffentlichen Gesundheit, Religion und zur Verhinderung des Sittenzerfalls gerechtfertigt. Die Verantwortlichen drängen mit ihrer Hetzjagd auf „Andersartige“ Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle, sogenannten LGBTs (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) an den Rand der Gesellschaft. Die „Organisation zur Unterstützung integraler Sexualität im Kampf gegen AIDS“ (OASIS) leistet diesem Druck Widerstand und setzt sich unermüdlich für die Rechte der LGBTs ein. pbi begleitet OASIS, da sie wiederholt Opfer von Kriminalisierung und Verfolgung wurde. OASIS ist eine Organisation, die im Bereich der Forschung, Sexualerziehung und Prävention von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten arbeitet. Des Weiteren setzt sie sich für die Rechte von Homo-, Bi-, Transsexuellen und Transgender ein. Die Mitglieder der Organisation planen und führen Veranstaltungen zu diesen Themen durch und nehmen an Demonstrationen wie dem „Orgullo Gay“ teil. Sie agieren auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, um auf die Diskriminierung und Kriminalisierung dieser Menschen aufmerksam zu machen. Das Themengebiet ist in der guatemaltekischen Bevölkerung tabuisiert und birgt ein hohes Konfliktpotential. pbi begleitet OASIS seit Anfang 2006. Im Januar 2009 trat der Strafprozess gegen Jorge López, dem Leiter der Organisation, in seine entscheidende Phase. Jorge López war ohne Beweise wegen versuchten Mordes an der Sexarbeiterin Laila (Axel Leonel Donis González) angeklagt worden. Dieses Verfahren stellt für ihn eine neue Variante der Kriminalisierung der Organisation dar, mit dem Ziel die LGBT- Gemeinde zu spalten und ihre Menschenrechte zu beschneiden. Ein anderes Mitglied der Organisation, die Transgender Zulma Robles, die Zeugin der Ermordung der Transgender Paulina wurde, erhält Drohanrufe, denn sie identifizierte vermeintliche Beamte der Nationalen Zivilpolizei als die Täter des Verbrechens. pbi begleitete Jorge López während des Strafverfahrens und konnte durch die Aktivierung des Alarmnetzwerkes erreichen, dass die diplomatischen Corps und die Zivilgesellschaft in Guatemala auf den Fall aufmerksam wurden. Zudem organisierte pbi eine Vortragsreise von Herrn López durch Europa. Nachdem Jorge López im September 2009 mangels Beweisen freigesprochen wurde, hat sich die Situation der Organisation etwas entspannt. Die Situation von Zulma Robles bleibt dennoch ungeklärt. So wurde nach nunmehr sieben Jahren noch nicht ihre Zeugenaussage aufgenommen und sie erhält weiterhin Drohanrufe. pbi begleitet die Organisation durch regelmäßige Besuche in der Geschäftsstelle und durch Treffen mit Zulma. |
Ihre Spende hilft!pbi schützt bedrohte MenschenrechtsaktivistInnen und schafft Raum für Frieden: pbi rettet Leben. Nachrichtenpbi Report veröffentlicht: Kriminalisierung von MenschenrechtsaktivistInnen Mexiko: Alejandro Cerezo Contreras und das Comité Cerezo erhalten den Aachener Friedenspreis VeranstaltungenGuatemala: Ein kleines Land mit großen Konflikten - Vortrag am 15. Mai in Berlin Heike Kammer (pbi) als Referentin bei den Passauer Lateinamerikagesprächen 2012 im Mai Was sie sagen"Die Unterstützung von pbi hat eine entscheidende Rolle gespielt, unsere Sicherheit aufrechtzuerhalten und hat uns auch moralische Unterstützung in der Menschenrechtsgemeinschaft in Nepal während einer Zeit gegeben, die sehr schwierig für uns war." |

