4. Februar 2012
  
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Menschenrechtssituation im Land

Seit mehr als 40 Jahren leidet Kolumbien unter einem internen bewaffneten Konflikt zwischen den kolumbianischen Streitmächten, paramilitärischen Gruppen, Rebellen- und Guerillabewegungen (FARC, ELN, EPLN) und weiteren bewaffneten Gruppen, die sich während des Konflikts gebildet haben.

Die Zivilbevölkerung steht immer wieder zwischen den Fronten bewaffneter KonfliktakteurInnen und leidet unter den Folgen der bewaffneten Auseinandersetzungen. Menschenrechtsverletzungen wie Entführungen, Morde, gewaltsames Verschwinden-lassen, Drohungen und Einschüchterungen stehen an der Tagesordnung. Die Zahl außergerichtlicher Hinrichtungen durch das Militär hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Außerdem werden die natürlichen Ressourcen des Landes aufgrund wirtschaftlicher Interessen von transnationalen Firmen ausgebeutet. Der Drogenhandel und Drogenanbau im Land steigt weiter an. Die Menschenrechtsverletzungen sowie die Konfrontationen zwischen den diversen AkteurInnen des Konflikts führen häufig zu Vertreibungen der Bauern und Landbevölkerung. Innerhalb von zehn Jahren wurden 3 Millionen Menschen vertrieben. Heute ist Kolumbien eines der Länder mit den meisten Binnenflüchtlingen weltweit.

2005 wurde das Gesetz „Gerechtigkeit und Frieden“ erlassen, das die Demobilisierung der Paramilitärs regelt. Nach Angaben kolumbianischer und internationaler Nichtregierungsorganisationen erfüllt dieses Gesetz jedoch nicht die internationalen Standards in Bezug auf Gerechtigkeit, Wahrheitsfindung oder Entschädigung der Opfer. Trotz der offiziellen Auflösung der paramilitärischen Gruppen bilden sich neue bewaffnete Gruppierungen. Der kolumbianische Staat vernachlässigt seine Aufgabe als Hüter und Beschützer der Menschenrechte. Dies hat zur Folge, dass Straflosigkeit und außergerichtliche Hinrichtungen weit verbreitet sind.

 

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